Unsere Geschichte – Teil 3: Wachstum und Fehlberatung (2021 – 2022)
- Florian Späth
- 12. Nov. 2025
- 2 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 1. Jan.
2021 und 2022 waren Jahre, in denen nach außen vieles nach Fortschritt aussah.
Mehr Anfragen. Mehr Projekte. Mehr Verantwortung.
Und gleichzeitig begannen genau hier die Fehler, die uns Jahre später teuer zu stehen kamen.
Nicht aus Leichtsinn.
Sondern aus Unwissen.
Wenn Wachstum plötzlich zur Prüfung wird
Nach dem Ausnahmejahr 2020 nahm die Arbeit spürbar zu.
Das Ingenieurbüro wuchs – fachlich und organisatorisch.
Was wir damals nicht verstanden haben:
Wachstum ist kein Beweis für Stabilität.
Mit steigender Auslastung stieg auch die Komplexität:
Steuern
Versicherungen
Liquidität
Verpflichtungen
Wir suchten Entlastung – und fanden Abhängigkeit.
Wenn Beratung zur Belastung wird
In dieser Phase holte ich mir steuerliche Unterstützung, in der Erwartung, Klarheit zu gewinnen.
Die Zahlen sahen korrekt aus.
Die Buchhaltung stimmte.
Doch die Entscheidungen basierten nicht auf Verständnis, sondern auf Annahmen.
Liquidität wurde mit Gewinn verwechselt.
Empfehlungen führten zu Bindungen.
Flexibilität ging verloren – schleichend, aber spürbar.
Rückblickend war das keine böse Absicht.
Es war fehlende Einordnung.
Wachstum ist gefährlich, wenn du nicht verstehst, was es kostet.
Investitionen ohne Fundament
Statt Rücklagen aufzubauen, wurde investiert:
Software
Ausstattung
Versicherungen
Struktur
Nicht, weil wir expandieren wollten, sondern weil wir glaubten, es zu müssen.
Diese Entscheidungen wirkten logisch – waren aber nicht eingebettet in ein Gesamtverständnis.
Julia und das Thema Verantwortung
Julia war zu diesem Zeitpunkt bereits fester Teil des Alltags.
Sie unterstützte organisatorisch und arbeitete im Ingenieurbüro mit – heute auf Midijob-Basis.
Ihre Fotografie entwickelte sich fachlich weiter, aber wirtschaftlich spielte sie noch keine tragende Rolle.
Die Verantwortung für Struktur, Finanzen und Entscheidungen lag klar bei mir.
Und genau hier wurde sichtbar, wie gefährlich es ist, Wachstum zu delegieren, ohne es selbst zu verstehen.
Lernen durch Schmerz – nicht durch Theorie
Erst später wurde mir klar:
Ein Steuerberater ist nicht dafür da, unternehmerische Entscheidungen zu treffen.
Er liefert Zahlen – aber keine Richtung.
Was damals gefehlt hat, war nicht Beratung, sondern Verständnis:
Was braucht mein Unternehmen wirklich?
Was kann warten?
Wo entstehen Risiken, die man erst Jahre später sieht?
Diese Erkenntnisse kamen nicht sofort.
Aber sie begannen hier.
Fazit: Wachstum ohne Wissen ist Zufall
2021 und 2022 waren keine verlorenen Jahre.
Aber sie waren Jahre, in denen wir den Preis für fehlendes Wissen bezahlt haben.
Umsatz ist kein Erfolg.
Arbeit ist keine Sicherheit.
Und Wachstum ersetzt keine Klarheit.
Ausblick auf Teil 4
Mit 2022 entsteht eine neue Idee: Sardamore.
Nicht aus Erfolg – sondern aus dem Wunsch nach Abstand, Neuordnung und Perspektive.
Warum Sardinien dabei eine Rolle spielte, erzählen wir in Teil 4.




Kommentare